Ein Beruf

Eine Leidenschaft

Die Salzbauern sind seit Jahrhunderten Erben und Hüter eines einzigartigen Erbes. Salzbauer zu sein bedeutet, über magische Kräfte zu verfügen, mit deren Hilfe sich Wassertropfen in Salzkörner verwandeln.

Der Beruf des Salzbauern gehört zu den wenigen landwirtschaftlichen Tätigkeiten, bei denen weder mechanische Technik noch chemische Produkte angewendet werden. 

Mit dieser handwerklichen Produktionstechnik wird sowohl ein qualitativ hochwerti-ges Salz hergestellt als auch ein ganz besonderer Standort geschützt.

Die Ausbildung

Es versteht sich von selbst, dass die Ausbildung der Salzbauern einen wichtigen Schritt im Rahmen unserer Qualitätsstrategie darstellt. Dem Beruf, der seit Jahrtau-senden vom Vater auf den Sohn weitergegeben wurde, drohte nach und nach, der Atem auszugehen. Neueinsteiger hatten wenig Chancen. 

Um dem abzuhelfen, wurde im Departement Loire-Atlantique 1979 ein landwirt-schaftliches Berufsdiplom mit der Option Salzgewinnung eingeführt. Diese Ausbildung hat zum Ziel, den Beruf der Jugend zu öffnen, ihn zu erneuern und zu-kunftsfest zu machen.

Die Ausbildung wird von der Landwirtschaftskammer gewährleistet - Das Dokument einspeichern (Vereinbarung der Region Pays de la Loire).

Eine Leidenschaft im Wechsel der Jahreszeiten

Obwohl das Salz nur im Sommer geerntet wird, gibt es immer zu tun, denn die Ernte wird bereits im Winter vorbereitet. Wenn eine Saline gut funktionieren soll, muss sie das ganze Jahr über gepflegt werden. Das erfolgt allein oder im Team. Der Salzbauer passt seine Tätigkeit an den Rhythmus der Jahreszeiten an.

Der Winter

Um die Salinen vor Frost und Witterungseinflüssen zu schützen, werden sie vom Salzbauern geflutet. Diese Jahreszeit ist voll und ganz der Reinigung (rayage) der vasières, der Pflege der Böschungen (Verstärkung, Schneiden der Vegetation), der Säuberung der Zu- und Abflusskanäle sowie eventuellen Reparaturen durch Sturm-schäden gewidmet.

Das Frühjahr

Anfang März sind die Salinen und Wasserbecken von dem Regenwasser, das sich dort angesammelt hat, zu leeren (algir). Danach müssen Schlick und Algen entfernt und die Tondeiche (Brücken) repariert werden, die den hydraulischen Kreislauf der Saline gewährleisten. Weiterhin werden im Frühjahr Gemeinschaftsarbeiten erledigt, wie die komplette Instandsetzung (chaussage) einer Gruppe von oeillets (lotie), was alle 25 Jahre erfolgt.

Der Sommer

Der Sommer ist Erntezeit. Ein Salzbauer bewirtschaftet in langen Arbeitstagen durch-schnittlich 50 bis 60 œillets (was einer Fläche von 3 bis 4 ha entspricht). Allerdings ist die Produktion stark von der Sonneneinstrahlung, vom Wind und vom Nieder-schlag abhängig und schwankt deswegen.

Der Herbst

Sobald das Salz für den Winter eingebracht ist („roulé“), verlangsamt sich der Ar-beitsrhythmus in der Saline bis Mitte November. Es beginnt eine Erholungsphase, die allerdings bei heftigen Fluten unterbrochen werden muss, um die Salinen zu schützen. In Guérande produziert ein Salzbauer im Durchschnitt 60 bis 90 Tonnen Gros Sel und 2 bis 3 Tonnen Fleur de Sel pro Jahr! Allerdings ist diese Produktion in Abhängigkeit von den klimatischen Bedingungen erheblichen Schwankungen unterworfen (von 0 bis 200 Tonnen Gros Sel!).

Die Werkzeuge des Salzbauern

Die in den Salzgärten verwendeten Werkzeuge haben sich im Laufe der Jahrhunderte nur wenig verändert und bestehen mehrheitlich aus Holz.

Der las

Dieses mit einem 5 Meter langen Griff ausgestattete Werkzeug ist das bekannteste, da mit ihm das Gros Sel geerntet wird.

Die lousse à fleur de sel

Die traditionell aus Holz bestehende lousse dient zum Abschöpfen der Salzblume von der Oberfläche der œillets. Heute gibt es allerdings auch lousses aus modernen Ma-terialien in Lebensmittelqualität.

Die Schubkarre (brouette)

Die Schubkarre wird zum Transport des Salzes von den ladures zum trémet (runde Plattformen, auf denen das Salz aufgeschüttet wird) verwendet. Anfang der 1950er Jahre ersetzte sie die gède, ein Holzgefäß, das die Frauen auf ihrem Kopf balancier-ten, wobei ein Kissen aus gerolltem Stoff, die torche, als Polster diente. Eine Schub-karre kann 120 bis 150 kg Salz fassen.

Die lousse à ponter

Die lousse à ponter, die mit der lousse à fleur de sel vergleichbar ist, unterscheidet sich durch ihren kürzeren und dickeren Griff. Sie wird bei der jährlichen Instandset-zung der Brücken eingesetzt.

Der rateau à limu (Harke)

Die Harke dient zum Entfernen von Grünalgen.

Die cesse (aus Holz)

Bei der cesse handelt es sich um einen großen Wasserschöpfer, der zum Wasser-pumpen bzw. zum Entfernen flüssigen Schlicks verwendet wird.

Die boyette (oder houlette) (aus Stahlblech)

Die boyette oder auch houlette ist die Schaufel des Salzbauern, die für bestimmte Pflegearbeiten in den Salzgärten verwendet wird. 

Der boutoué (aus Holz)

Der boutoué ist ähnlich wie ein las geformt und dient zum Zurückschieben des Schlicks in den fards und œillets vor der Ernte, um den Boden so sauber wie möglich zu halten.

Kleines Wörterbuch der Salzgärten

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Z
Adoubler
Verfestigten Schlick neben den Brücken aufschütten.
Algir
Wasser ablassen.